Ein Regierungsprogramm von seiner Severinität in Groebner Verfassung
Es soll da bloß keiner auf blöde Ideen kommen. Der kleine Mann auf der Straße, das ist immer noch ein Mensch wie Du und ich. Fragen wir ihn also, den kleinen Mann.
Erste Frage: warum ist der kleine Mann eigentlich immer auf der Straße? Hat er kein zu Hause? Und wie klein ist er genau? Und strebt das Volk immer nach Größe, weil es aus lauter kleinen Männern besteht?
Und das Volk? Was will es? Weiß es überhaupt, was es will? Oder was es ist? Und was sagt man ihm? Dem Volk? Natürlich eines: Folgt’s!
Denn es gibt einen, der weiß das alles. Schließlich ist das Volk der Severin! Oder Souverän? Egal, Hauptsache Rufzeichen!!!
Das wird eine volkenreiche Begegnung. Mit volkigen Begründungen. Hier bleibt nichts volkenlos. Volk-asko verunsichert sozusagen. Hier kommt ein Autokrat zum Knutschen. Einer bei dem die Willkür vor der Pflicht kommt.
Eben einer wie Du und ich.
Der Hosea ist in der Stadt. Und staunt nicht schlecht. Es gibt jetzt ein Geschäft, das hat immer offen, aber da ist kein Mensch. Nie! Dort arbeitet auch keiner. Es ist der reinste Asozialmarkt. Wie willst du so eine Welt noch schönreden? Es muss was passieren!
Der Hosea ist in der Stadt. Und findet helle Worte für dunkle Zeiten. Dann geht das Licht an. Endlich ist Showtime. Hereinspaziert! Lachen Sie alles raus, Sie sind in besten Händen.
Herzlich Willkommen am Happy Place!
Regie: Petra Dobetsberger
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Eine überzeugte Marxistin und linke Aktivistin erbt überraschend eine Altbauwohnung und stürzt in eine tiefe Krise.
Ihrem bürgerlichen Schicksal zum Opfer gefallen, bleibt der Klassenverräterin nichts anderes übrig, als ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen und in ihren frisch geerbten vier Wänden nach einem neuen Lebenssinn zu suchen.
„Wunschlos unglücklich“ ist ein komisches Theaterstück von einem Menschen, der nichts von Theater versteht, für Menschen, die nichts von Theater halten.
Getrieben von ihrer Begeisterung für die hässlichen Seiten des Lebens parodiert toxische Pommes die österreichische Gesellschaft und entlarvt sie gerne auch mal dort, wo es wehtut. Neben ihren satirischen Kurzvideos bespielt sie seit 2021 verschiedene Kabarettbühnen im deutschsprachigen Raum. 2024 ist ihr Debütroman „Ein schönes Ausländerkind“ bei Zsolnay erschienen.
Nach „Ketchup, Mayo & Ajvar“ ist „Wunschlos unglücklich“ ihr zweites Soloprogramm.
Der »Dole« erzählt nur Geschichten, die sich tatsächlich genau so zugetragen haben. Wenn jemand ihm nicht glaubt, zeigt er Beweisfotos am Handy und schwört dazu. Er müsste sich für vieles davon schämen. Tut er auch, weil ihm das seine alte Tante Pepi einredet. Aber die hat selbst einen seltsamen Lebenswandel. Sie war trotzdem stets mit Trost und Rat zur Stelle, außer wenn im Fernsehen gerade »Dallas« lief.
Der liebesuntüchtige Dole kam schon als Teenager bei Frauen null an. Fast null. Eigentlich null. Bis er draufkam, dass er eine ganz außergewöhnliche Begabung hat. Da war er auf einmal auch ein bisschen attraktiv. Kurz. Und dann gibt es noch einen wundersamen Freund. Ob der ein Primat ist oder ein Genie, das müssen Sie selbst entscheiden.
Christina Kiesler ist das Mädchen aus der Stahlstadt (nein, nicht Linz).
Sie ist in die große Stadt gegangen (auch nicht Linz).
Und irgendwo auf dem Weg ist dann aus dem kleinen Mädchen aus der Stahlstadt ein großes Mädchen aus Stahl geworden. Denn das Leben verlangt nach Aufrüstung.
Physisch wie mental.
Schließlich liegen genug Steine im Weg, mit freundlicher Unterstützung von „DAS PATRIACHAT“.
Also wird trainiert, gelaufen, geradelt und optimiert. Der einzige Ring, den sich das Mädchen aus Stahl wünscht, ist der geschlossene Fitnessring auf der Smartwatch - weil ein Tag erst dann ein
erfolgreicher Tagist, wenn 15.000 Schritte geschafft sind.
Und ein gemeinsames Feindbild gibt es auch:
DIE CARBS.
Sagt zumindest der Fitness-Influencer.
Während ihre Freundinnen das zweite Kind bekommen und sich selbst irgendwo zwischen Familie und Alltag verlieren, verliert sich die Kieslerin, geplagt von Selbstzweifeln, im Schreiben des
zweiten Kabarettprogramms.
Sie jagt am Laufband dem Runner’s High hinterher, spult Kilometer auf dem Rennrad ab – und nimmt sich selbst dabei ziemlich wichtig.
Fehlen eigentlich nur noch Webergrill und Schnauzer et voilà – ist sie am Ende selbst das Patriarchat?
Nach dem preisgekrönten Programm „Nachspielzeit“ nimmt Christina Kiesler in MASCHINE den Optimierungswahnsinn unserer Zeit genauso auseinander wie alte und neue Rollenbilder – und nicht zuletzt sich selbst.
Denn irgendwie sind wir doch alle Maschinen. Mit Systemfehlern, blauen Pillen gegen Hardwareprobleme,leeren Batterien und unfassbar viel Datenvolumen.
Und wenn der eigene Akku gerade einmal leer ist?
Christina Kiesler lädt ihn in MASCHINE wieder auf.
Antonia Stabinger betritt – allen Warnungen zum Trotz – das dünne Eis. Mit Freude hört sie es knacken und schlittert mit vollem Körpereinsatz über die aktuelle Weltlage. Statt in eine warme Jacke schlüpft sie dabei wieder in zahlreiche Rollen – darunter natürlich auch ihr beliebtes sprechendes Genital, Clit/Doris.
Mit scharfem Witz, surrealen Intermezzi und Musik nimmt sie das Publikum mit auf einen entspannten Spaziergang auf dem schmalen Grat. Dabei erzählt sie vom Scheitern als Strategie, über die absurdesten Wege zur Macht bis hin zur Frage, ob es eine gute Idee ist, Männer zu koperien, um nach oben zu kommen. Dabei sollten doch alle kommen! Zwischen Machtwahn und Selbstzweifel fragt sie sich: Auch wenn ein Eisberg uns nicht mehr zum Kentern bringt: Was trägt uns noch?
Antonia Stabinger beweist einmal mehr ihre Qualität als scharfsinnige, sympathische Beobachterin unserer Zeit, deren Figuren so witzig wie entlarvend sind. Ein Abend, der Lust macht, selbst Risiko einzugehen – und hemmungslos zu lachen, bevor das Eis bricht.
Ein Marder beißt dem Wagen die Leitungen durch. Ein Mann greift zum Schweizer Taschenmesser. Und irgendwo im Wald wartet seit dreißig Jahren ein Baum namens Bertl.
Von da an wird es nur noch schräger.
„Wie im Zoo“ ist ein Abend über das seltsame Verhältnis zwischen Mensch und Tier, zwischen Beobachter und Beobachtetem, zwischen Technik und der Sehnsucht, einfach im Wald zu leben. Am Ende ist nicht mehr ganz klar, wer hier eigentlich wen beobachtet.
Es geht um eine selbstgebaute Marderfalle mit E-Auto-Antrieb, um einen Briefträger namens Hubert, der kurz gebrannt hat — aber zum Glück nur kurz und um die Erkenntnis, dass der Mensch vermutlich nicht die Krone der Schöpfung ist.
Dazwischen: rauchende Jungrehe, philosophische Höhlenbilder und die ehrliche Feststellung, dass das Publikum das gefährlichste Raubtier im Raum ist.
BlöZinger verbinden präzise Beobachtung mit absurder Konsequenz und einem feinen Gespür für den Moment, in dem das Alltägliche plötzlich ins Surreale kippt — ganz ohne Anlauf, ganz ohne Netz und mit nur zwei Stühlen.
Es gibt so viele Gipfel in diesem Land - und die Rede ist hier nicht nur von Bergen: der höchste Schaukelstuhl der Welt, die größte begehbare Weinflasche der Südsteiermark, die schnellste Sommerrodelbahn diesseits der Donau. Superlative, wo man hinschaut – und sie alle wollen
bestiegen, erklommen, bewältigt, bezwungen werden.
In einer Welt, die alles und jeden in Gewinner und Verlierer einteilt, muss jede Kleinstadt das größte Irgendwas haben und jeder Mensch über sich hinauswachsen. Doch wenn Stärke nur noch Selbstzweck ist, ist dann nicht jeder Gipfel gleichzeitig ein Tiefpunkt?
Sonja Pikart beobachtet, wie „starke“ Männer sich in ihrem Machthunger den Planeten einverleiben. Wie High-Performer im Gym ihre Herzen trainieren – nicht, um besser zu lieben, sondern um schneller wegzurennen. Dabei entdeckt sie Poesie in Zeiten der Schwäche. Umringt
von einer Armee aus Kernfamilien, die glaubt, das Spiel des Lebens gewonnen zu haben, findet sie Romantik in Freundschaften.
Und als man ihr im schwächsten Moment ihres Lebens entgegenschreit: „Du bist so stark!“, bastelt sie sich eine Actionfigur von sich selbst und realisiert: jetzt ist die Zeit, sich unsterblich
zu fühlen!
Ein Programm über Helden und solche, die es nie waren.
zu Sonjas Website
Mich beschäftigt die Frage, ob es denn auch gefühltes Fühlen gibt. Und dann natürlich, wenn es gefühltes Fühlen tatsächlich gibt, ob sich das beliebig weiter fortführen läßt; also, man fühlt zwar nicht, aber es fühlt sich so an, als fühlte man. Wenn das geht, muß man so wirklich, richtig und in echt fühlen, daß man fühlt, oder genügt es, wenn man das - sozusagen in zweiter Ableitung - auch nur fühlt? Ich nehme aber an, daß diese Frage wirklich nur mich beschäftigt, deshalb werde ich in diesem Programm eher andere Sachen besprechen.
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